
Wärmepumpe und Photovoltaik kombinieren: So erhöhen Sie den Eigenverbrauch
, Von NeueEnergie24, 7 min Lesezeit

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Photovoltaik kann einen Teil des Wärmepumpenstroms liefern. Wir erklären Grenzen im Winter, Steuerung per SG Ready, Pufferspeicher, Batteriespeicher und Überschussnutzung für Warmwasser.
Kurzfassung: Eine Photovoltaikanlage kann einen Teil des Stroms für eine Wärmepumpe liefern und so den Eigenverbrauch erhöhen. Vollständig deckt sie den Heizbedarf nicht: Im Winter reicht der Solarertrag laut Verbraucherzentrale nicht für einen kompletten Betrieb. Sinnvoll ist die Kombination vor allem dann, wenn die Wärmepumpe gezielt dann läuft, wenn Solarstrom verfügbar ist, etwa für Warmwasser, Pufferspeicher oder Kühlung im Sommer. Dieser Beitrag erklärt die Grundlagen, die Steuerung über Schnittstellen wie SG Ready und zeigt, welche Komponenten dabei helfen.
Die Verbraucherzentrale beschreibt es nüchtern: Eine Photovoltaikanlage kann einen Teil des Wärmepumpenstroms liefern und senkt damit die Heizkosten, im Winter reicht der Solarertrag aber nicht für einen kompletten Betrieb. Gerade von November bis Februar liefert eine Photovoltaikanlage wenig Strom, unabhängig von der Größe eines Batteriespeichers. Sie sollten die Erwartungen deshalb realistisch ansetzen: Die Kombination verbessert den Eigenverbrauch und die Auslastung Ihrer Anlage, ersetzt aber nicht den Netzbezug in der kalten Jahreszeit.
Damit die Wärmepumpe Solarstrom gezielt nutzt, braucht sie ein Signal vom Energiemanagement oder Wechselrichter. Der BWP beschreibt dafür die SG-Ready-Schnittstelle. Sie kennzeichnet Wärmepumpen, die über eine definierte Schnittstelle für Lastmanagement angesprochen werden können, und lässt sich laut BWP auch für einen möglichst hohen Eigenverbrauch in Kombination mit Photovoltaik nutzen. Bei Heizungswärmepumpen nach der Schnittstellenbeschreibung 1.1 gibt es drei Betriebszustände:
| Zustand | Bedeutung nach BWP |
|---|---|
| 1 | Leistungsaufnahme wird begrenzt, im Extremfall auf 0 kW (Netzdienlichkeit) |
| 2 | Normalbetrieb |
| 3 | Verstärkter Betrieb für Heizung und/oder Warmwasser; überschüssige Energie wird thermisch in Puffer- oder Warmwasserspeichern gespeichert |
Ein Energiemanagementsystem wird laut Verbraucherzentrale meist am Wechselrichter angeschlossen und steuert den Stromfluss zwischen Photovoltaik, Heizung, Haushalt und Netz. Der Installateur muss auf die Kompatibilität der Komponenten achten. Ob Ihre Wärmepumpe SG Ready unterstützt und wie das Signal bereitgestellt wird, steht in den technischen Unterlagen des Herstellers.
Der BWP weist darauf hin, dass die Wärmepumpe nicht zu häufig ein- und ausgeschaltet werden sollte, weil zu viele Taktungen die Anlage zusätzlich belasten. Eine Überschusssteuerung sollte deshalb mit Mindestlaufzeiten und Schwellenwerten arbeiten.
Bei Überschuss kann ein Pufferspeicher stärker beladen werden. Heizzyklen lassen sich laut BWP vorziehen und die Speichermasse des Gebäudes kann genutzt werden, sodass Wärme dann entsteht, wenn viel Solarstrom verfügbar ist. Die Verbraucherzentrale merkt an, dass Pufferspeicher nicht immer nötig sind und Verluste verursachen; bei Invertergeräten kann das Heizleitungssystem bereits als Speicher ausreichen. Zusätzlich kann ein Batteriespeicher Strom für den Abend aufnehmen. Die Verbraucherzentrale nennt für ein typisches Einfamilienhaus (allgemein, ohne Bezug auf eine Wärmepumpe) einen Anstieg des Autarkiegrads durch einen Batteriespeicher von etwa 25 bis 30 Prozent auf bis zu rund 70 Prozent. Eine Wärmepumpe verändert den Verbrauchsverlauf und sollte bei der Dimensionierung berücksichtigt werden. Als Faustregel nennt die Verbraucherzentrale 1,5 Kilowattstunden Speicherkapazität je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch; zu große Speicher altern schneller und bringen kaum mehr Eigenverbrauch. In unserer Kategorie Batteriespeicher finden Sie Systeme für verschiedene Anwendungen.
Neben der Wärmepumpe selbst lässt sich überschüssiger Solarstrom auch direkt für Warmwasser nutzen. Der My-PV AC ELWA 2 ist laut Hersteller ein stufenlos von 0 bis 3,5 kW geregeltes Warmwasserbereitungsgerät für netzgekoppelte Photovoltaikanlagen, das überschüssige Photovoltaikenergie für die Warmwasserbereitung nutzt; es kann in Warmwasser- und Pufferspeicher eingebaut werden. Der My-PV AC THOR 9s ist laut Hersteller ein stufenlos von 0 bis 9 kW geregelter Photovoltaik-Power-Manager für Warmwasser, elektrische Wärmequellen und optional die Heizung, der auch mit einer Wärmepumpe kombinierbar ist. Welche Lösung zu Ihrem Haus passt, hängt von Anlagengröße, Speichern und Ihrer Heizung ab; wir beraten Sie dazu gern.
Morgens läuft die Anlage mit geringer Last, mittags erzeugt die Photovoltaikanlage ihren Höchstwert. Wird jetzt der Warmwasserspeicher auf eine etwas höhere Solltemperatur geladen, nutzt das Haus Strom, der sonst ins Netz flösse. Abends greift der Haushalt auf die gespeicherte Wärme und gegebenenfalls auf den Batteriespeicher zurück. Im Winter ist das Bild anders: Die Wärmepumpe läuft überwiegend mit Netzstrom, und der Solarertrag trägt nur einen kleinen Teil. Wie groß der Anteil in Ihrem Haus ausfällt, hängt von Anlagengröße, Dach, Verbrauch und Steuerung ab. Prüfen Sie deshalb vor einer Entscheidung eine Planung durch Fachbetrieb oder Energieberatung.
Ob sich die Abstimmung lohnt, sehen Sie an Messwerten. Ein Wärmemengenzähler zeigt laut Verbraucherzentrale die abgegebene Wärme in Kilowattstunden an. Die Jahresarbeitszahl ergibt sich aus der gelieferten Wärmemenge geteilt durch den Stromverbrauch eines Jahres. Zusammen mit dem Strombezug aus dem Netz und dem Solarertrag können Sie so prüfen, wie viel Solarstrom tatsächlich in Wärme umgewandelt wird. Eine auffällig niedrige Jahresarbeitszahl sollten Sie mit dem Fachbetrieb besprechen.
Wichtig ist immer, dass Komfort und Betriebssicherheit Vorrang haben und die Wärmepumpe nicht häufiger taktet als nötig.
Für Photovoltaik und Wärmepumpe gilt: erst den Wärmebedarf klären, dann die Anlage planen. Wie Sie die Wärmepumpe auslegen, erklären wir in unserem Beitrag Luft-Wasser-Wärmepumpe: Auswahl und Auslegung. Auf der Photovoltaikseite sind Modulfläche, Wechselrichter und Speicher aufeinander abzustimmen. Module finden Sie unter Solarmodule, passende Wechselrichter unter Wechselrichter und die Wärmepumpen unter Wärmepumpen.
Zur Umsatzsteuer gilt: Nach dem Umsatzsteuer-Anwendungserlass (Abschnitt 12.18) gehören Stromverbraucher für den neu erzeugten Strom, zum Beispiel Ladeinfrastruktur oder eine Wärmepumpe, nicht zu den wesentlichen Komponenten einer Photovoltaikanlage. Der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG bezieht sich also auf die Photovoltaikanlage und deren wesentliche Komponenten, nicht auf die Wärmepumpe. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag 0 Prozent Umsatzsteuer auf Photovoltaik. Dies ist keine Steuerberatung.
Nein, nicht ganzjährig. Die Verbraucherzentrale nennt, dass der Solarertrag im Winter nicht für einen kompletten Betrieb reicht. Ein Teil des Stroms kann aber aus der eigenen Anlage kommen.
SG Ready kennzeichnet Wärmepumpen, die über eine definierte Schnittstelle mit drei Betriebszuständen für Lastmanagement angesprochen werden können, zum Beispiel für mehr Eigenverbrauch bei Photovoltaik.
Ein Steckersolargerät ist auf 800 VA Wechselrichterleistung und 2.000 Wp Modulleistung begrenzt und deckt nur einen sehr kleinen Teil des Strombedarfs einer Wärmepumpe. Als Beitrag zur Grundlast im Haushalt kann es dennoch sinnvoll sein.
Nicht zwingend. Ein Pufferspeicher auf der Wärmeseite kann Überschuss ebenfalls aufnehmen. Ob ein Batteriespeicher hinzukommt, hängt von Ihrem Verbrauchsprofil ab.
Sie planen Photovoltaik, Speicher oder Warmwasserbereitung mit Überschussstrom? Wir beraten Sie gern per E-Mail: kontakt@energie24.shop.
Stand: Oktober 2026, keine Rechts- oder Steuerberatung.